Die Wandergruppe

Wandern rund um Oberstdorf

Wandergruppe der Sektion Weserland des DAV besucht Oberstdorf

Die Wanderwoche der Wandergruppe sollte in diesem Jahr in Oberstdorf stattfinden. Die ersten Ideen für dieses Unternehmen wurden allgemein mit vorsichtiger Skepsis aufgenommen. Wir wollten wandern, unserem Können, unserem altersbedingten Leistungsvermögen angepasst. Hochgebirgsaktionen waren nur in begrenzten Maße angesagt.

Jetzt haben wir mit 23 Mitgliedern vom 3. bis 10. September 2017 dieses herrliche Wandergebiet kennengelernt und können mit Freude über unsere Wandererlebnisse berichten. Man muß einfach dem Trubel der Touristikstadt entfliehen, und schon wirkt die tolle Landschaft ringsum mit ihren Eindrücken.

Jeden Tag waren neue Tagestouren auf dem Plan, detailliert ausgearbeitet von unserem Wanderwart Reinhard Bönig. Es wurde in zwei Gruppen gewandert, aufgeteilt nach Leistungsstärken.

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Teilnehmer Wochenwanderung Oberstdorf

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Wanderung ins Trettachtal

Den Beginn machte eine Wanderung ins Trettachtal, vorbei am Moorweiher und dem Christlessee bis nach Spiel-      mannsau, Startort der Alpenüberquerer nach Meran. Die Sennalpe Oberau wurde angelaufen und eine zünftige Brotzeit bei herrlichen Wetter im Freien gemacht.

Die Auffahrt mit der Söllereck-Gondelbahn zum Söllereck-Haus begann am nächsten Tag bei etwas verhangenen Bergen. Der anschließende Abstieg auf dem Oberallgäuer Rundwanderweg (ein schöner Panoramaweg) nach Riezlern mit tollem Ausblick auf den Ifen und den Gottesacker war wiederum ein Höhenpunkt. Der Bus brachte uns dann bis ans Ende des Kleinwalsertals nach Baad. Selbstverständlich gab es dort eine Einkehr, bevor der Rückmarsch auf dem Baader Höhenweg nach Mittelberg begann. Die leistungsstärkere Gruppe hatte sich als Rückweg von Riezlern eine Strecke durch die Breitachklamm vorgenommen.

Die Begehung der 2,5 km langen Klamm hinterließ bei allen Wanderen einen starken Eindruck. Bis zu 150 Meter haben sich innerhalb der letzten 10.000 Jahre die Wassermassen der Breitach in das Gestein eingegraben. Strudel und Wasserstürze erzeugen einen ohrenbetäubenden Lärm. Über Stege und Brücken unter überhängenden Felsen führt der Steg durch die Schlucht.

Weitaus ruhiger ging es im Stillachtal zu, wo wir der Heini-Klopfer-Skiflugschanze und dem Freibergsee einen Besuch abstatteten. Der 72 Meter hohe frei auskragende Sprungturm gilt als architektonische Meisterleistung. Per Schrägaufzug und Fahrstuhl (ganz wie echte Springer) erreichten wir das oberste Plateau der Schanze. Das Hinabschauen reichte aus! Wir gingen lieber weiter nach Schwand, um dort bei gutem Essen eine Rast zu machen.

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Im Hintergrund die Trettachspitze

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In der Breitachklamm

Weiter hinein ins Stillachtal erreichten wir über Birgsau die südlichste bewohnte Siedlung Deutschlands: Einödsbach auf 1114 Meter Höhe. Hier sind die Berge ganz nahe!

Touren, die schon etwas mehr Kondition forderten, reihten sich ein: Über den Iller-Ursprung, Rubi, Reichenbach durch den Gaisalptobel zur Gaisalpkapelle / Gaisalpe und zurück auf dem Walraffweg nach Oberstdorf.  Zur Dietersbach Alpe ging es weit hinein  in das Dietersbachtal. Doch zuvor kostete der Hölltobel noch einige Tropfen Schweiß, und das Bergdorf Gerstruben mußte passiert werden. Bei der Begehung des Oytals kann man bereits beim Oytalhaus abbrechen, oder man nimmt sich die Strecke bis zur Lugenalpe vor, um dort gut und rustikal Brotzeit zu machen.

Ein wichtiger Teil der Unternehmung war das Wetter. Es spielte fast immer mit. Es war „wanderbar“.

Für diese wunderbare Wanderwoche möchten sich alle Beteiligten bei Reinhard Bönig herzlich bedanken. Planung, Organisation und ständige Betreuung der Gruppe waren beispielhaft.

23. September 2017 | Text: Erich Hamm, Fotos: Reinhard Bönig